Diese Webseite hat sich zum Ziel gesetzt,

  • über das Thema BBfnE (Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung)  zu informieren,
  • didaktische Anregungen für die Ausbildungspraxis zu geben,
  • weiterführende Informationen bereitzustellen
  • und Dienstleistungen in Form von Workshops, Beratung und Fortbildungen

anzubieten. Die hier vorgestellten didaktische Konzepte beziehen sich hauptsächlich auf die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe.

Warum sollte die berufliche Bildung die Leitidee der nachhaltigen Entwicklung aufgreifen?

  • Konzepte und Programme zur unternehmensbezogenen Nachhaltigkeit werden in Zukunft in den Unternehmen eine stärkere Relevanz bekommen. Der gesellschaftliche Wertewandel betrifft auch die Unternehmen. Diese Entwicklung zeigt sich u. a. dadurch, dass verstärkt über Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit kommuniziert wird.
  • Die berufliche Facharbeit erfordert Kompetenzen, die durch eine berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung besonders gefördert werden. Dazu zählen z. B. die Problemlösekompetenz oder das vernetzte Denken.
  • Die in der beruflichen Facharbeit vorhandenen Handlungsspielräume hinsichtlich nachhaltigkeitsrelevanter Maßnahmen und Tätigkeiten können durch die Umsetzung einer BBfnE stärker genutzt werden.
  • BBfnE ist eine effektive Maßnahmen gegen den drohenden Fachkräftemangel. Bei der Berufswahl spielen für die zukünftigen Auszubildenden neben dem allgemeinen Interesse und Neigungen auch andere Faktoren , wie z. B. die Sinnhaftigkeit der Berufsarbeit eine Rolle. Durch eine nachhaltigkeitsorientierte Ausbildung fällt es den Unternehmen leichter motivierte und leistungsstarke Bewerber für die Berufsausbildung zu bekommen.

Hintergrundinformationen:

Die Auswirkungen der menschlichen Aktivitäten auf unseren Planten sind enorm. Zur Zeit bräuchten wir die Ressourcen von 1,6 Erden (2014: 1,5 Erden), um unseren Konsum zu bedienen. Die Menschheit lebt von der Substanz (WWF, Living Planet Report 2016). Betrachtet man die einzelnen Länder, so wird deutlich, dass vor allem die industriell entwickelten Länder einen besonders großen Ressourcenhunger haben. Wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie wir in Deutschland, bräuchten wir 3,1 Erden. Diese Situation gefährdet die menschliche Existenz auf Dauer erheblich, da die Menschheit dadurch ihre eigene Lebensgrundlage zerstört.

Ein weiteres Anzeichen einer für die Menschheit negativen Entwicklung ist der Rückgang vieler Tierpopulationen. So haben sich die Anzahl der Tiere bei 14.000 untersuchten Tierpopulationen in den letzten 40 Jahren um 58% reduziert (Quelle: s. o. ). Es ist also höchste Zeit einen Kurswechsel einzuschlagen.

Beispiele globaler Umweltbelastungen:

Umgang mit Elektroschrott

Elektroaltgeräte
Elektroaltgeräte bei einer Sammelstelle (pixabay/EKM-Mittelsachsen)

Jährlich werden schätzungsweise 150.000 t Elektroschrott aus dem Hamburger Hafen exportiert (genaue Zahlen gibt es nicht). Die Altgeräte landen dann häufig in Ländern wie Ghana, Nigeria, Südafrika, Vietnam, Indien und auf den Philippinen, wo sie unter fragwürdigen Umständen zerlegt und dem Rohstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Die dabei entstehenden giftigen Stoffe schädigen die Umwelt und die Arbeiter (meiste auch Kinder) vor Ort.

Verunreinigung der Weltmeere mit Kunststoffabfällen

Plastikmüll am Strand von Madeira
Plastikmüll am Strand von Madeira (© Jan Prahm)

Etwa 75 Prozent der bis zu 10 Millionen Tonnen Müll, die jährlich in die Meere gespült werden, besteht aus Kunststoff. Ein Teil des Mülls taucht an Inseln und Küsten wieder auf und verunreinigt die Strände (siehe Bild). Besonders problematisch ist, dass  Kunststoffe im Meer nahezu unvergänglich sind und sich nur langsam zersetzten. Es bilden sich im Lauf der Zeit kleine bis sehr kleine Bruchstücke, die von den Meeresbewohnern häufig mit Nahrung verwechselt werden. Anschließend sammeln sich große Mengen an Abfall in den Mägen der Tiere an und führen letztendlich zum Tod.

Weiterhin sehr hoher weltweiter CO2-Ausstoß

Kraftwerk
CO2 Ausstoß des Kohlekraftwerkes Wedel/ Kreis Pinneberg

Trotz internationaler Bemühungen bleiben die durch fossile Brennstoffe verursachten CO2 Emissionen auf einem hohen Stand. 2015 wurden weltweit 32,14 Mrd. Tonnen (Quelle: IEA) CO2 in die Athmosphäre abgegeben. Derzeit sieht es zwar so aus, als ob die Emissionen nicht weiter ansteigen, eine Reduzierung des weltweiten CO2 Ausstoßes ist aber noch nicht in Sicht. Weiterhin steigt die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre stetig an. Von 280 ppm im Jahr 1860 ist der Wert  inzwischen auf rund 400 ppm angestiegen. Ein Wert von 450 ppm gilt als Obergrenze, ab dem die globale Erwärmung nur noch sehr schwer unter der kritischen Grenze von 2 Grad Celsius gehalten werden kann.